1984 spielten:
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Götz Alsmann Pianist
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Stephan Blinn MarionettenVarieté
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Don Jordan Pantomime
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Ingmar Kaeser Figurentheater
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Rudi Klaffenböck Kabarett
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Norbert Meidhof Kabarett
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Hanns Meilhamer & Claudia Schlenger Kabarett
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De Nieuwe Snaar MusicComedy (Bild rechts)
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Regenbogentheater Puppentheater
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Linda Scott ClownPantomime
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Jochen Steffen Kabarett
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Temps Fort Theatre Maskentheater
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Turbo Prop Theater Figurentheater
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Helen Vita Songs (Bild rechts unten)
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Gerhard Zwerenz Lesung
Michael Laages, Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 7.4.1984
Prüfstand Alltäglichkeit
Zum Abschluß des Langenhagener „Mimuse"-Festivals
Das Langenhagener „Mimuse"Festival hat bewiesen, wie lebendig derzeit das Kabarett wieder satirisch in die Saiten greift. Da ist kaum noch etwas zu spüren von Ermüdung und Resignation der siebziger Jahre, da ist wieder gutdosierter Pfeffer in der Nase zu spüren.
Zwei Kabarettabende waren exemplarisch für diese frische Orientierung der satirischen Kleinkunst. Da stieg zum einen der Altgenosse und Expolitiker Jochen Steffen in die Friesenbütt. Er darf als Vorsänger des neuen Zungenschlags im Kabarett gelten: Er hatte schon sehr früh den satirischen Zündfunken der Alltagssprache entdeckt. Wobei Steffens „Kuddl Schnööf' vom Kieler Hafendock und seine Weisheit mehrfach gebrochen sind Kuddl spricht so, wie er denkt, daß feinere Leute als er sprechen würden. Aber allzusehr verstellen kann er sich dann doch nicht. Und das Ergebnis ist eben nicht nur das groteske Kauderwelsch aus Hoch und Plattdeutsch, Kieler Missingsch genannt, sondern praktisch auch Kuddels Art, missingsch zu denken so halb, als mache er den Schmu der Welt drumherum mit, doch auch halb mit frechem Witz und polemischer Wucht seiner einfachen Weisheit. Wunderbar grotesk wirkt das und sehr klug.
Volkssänger im besten Sinne sind Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger. Wie schon bei der Verleihung der Deutschen Kleinkunstpreise im Mainzer „unterhaus", so waren sie auch bei der Langenhagener „Mimuse" die eigentliche Entdeckung. Ihr Prüfstand ist die Alltäglichkeit mit der Witwe, die eigentlich gar keine Lust auf Franz Lehárs "Lustige" hat, mit dem Paar, das sich im Café in den eigenen Einkäufen und den Schauermeldungen einer Zeitung gleichermaßen verheddert. Bei aller Bloßstellung schwingt bei den beiden (wie beim Kollegen Gerhard Polt) viel Sympathie mit die „Opfer" ihrer satirischen Typologie sind nie die Bösen, nur manchmal die Dummen, dem Wahn um sie herum können sie halt nur nicht entkommen.
Ein kräftiger Schuß bajuwarischer Hinterfotzigkeit kommt dazu und nicht nur für Berufs-Münchener und Beute-Preußen wird das eine pralle Gaudi. Wie auch bei Norbert Meidhof, wie bei Rudi Klaffenböck Langenhagens „Mimuse" hat die derzeit Besten aus der jungen Kabarettgarde und einen sehr soliden Alten ins Hannoversche geholt. Daß noch die traumhaften Zaubereien der Puppenspieler Stephan Blinn und Ingmar Kaeser dazukamen, auch Gerhard Zwerenz' umstrittene Literaterei, macht dieses kleine Festival ohne großen Etat doppelt wichtig. Und für eine Stadt, die mit Kabarett und Puppenspiel, mit Literatur und roten Clownsnasen eines der amüsantesten und lebendigsten Festivals Norddeutschlands alljährlich bei sich zu Hause hat.

Udo Püschel und Götz Alsmann, der während der Veranstaltungspausen in die Tasten haute.
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